11.01.2012 | Hessische/ Niedersächsische Allgemeine Zeitung

Eine herrliche Generalprobe

Gewaltiger Beifall: Nach der hervorragenden Leistung der jungen Philharmonie der Nationen nehmen Dirigent Justus Frantz und die Musiker den begeisterten Applaus des Publikums entgegen. Foto: Pujiula
Denn Justus Frantz, der schon öfter als Dirigent und Solist in der Kurstadt auftrat, hat hier so etwas wie Heimrecht.

Es war ein reines Mozart-Konzert mit zwei hochberühmten Sinfonien und einem weniger bekannten Werk des Salzburgers. Und nach der großartigen Orchesterleistung der jungen Musiker bei dieser „Probe“ dürfte die Tournee ein voller Erfolg sein. Denn schon nach dem ersten, furios und himmelstürmend gespielten Satz des Eingangswerkes, der Haffner-Sinfonie, war man voll begeistert: Unter der präzisen, engagierten Leitung von Justus Frantz spielten die jungen Musiker aus über zwanzig Nationen mit ungeheurer Spiellust und jugenhafter Kraft - und dabei mit höchster Disziplin. Und so kam die Schönheit dieses Werks, das mit Recht zu den beliebtesten von Mozart gehört, voll zur Geltung in dieser rasanten Interpretation.

Und auch beim abschließenden Werk, der Jupiter Sinfonie, erlebte das Publikum eine beglückende Interpretation: voll Kraft in den schnellen Sätzen und mit lyrischer Intensität im Andante cantabile des zweiten Satzes.

Zwischen den zwei Werken stand im Programm das Konzeret C-Dur für Klavier und Orchester KV 503 - natürlich mit Justus Frantz als Solist - er gehört nicht umsonst zu den vorderen Pianistenreihen. Begleitet von seinem Orchester zeigte er hier eine erstaunliche virtuose Leistung. Und auch wenn bei einigen Passagen sein Anschlag etwas zu hart klang: er bleibt ein begnadeter Pianist. Gewaltiger Applaus mit Begeisterungsrufe und zwei Zugaben: eine Chopin-Etude nach dem Klavierkonzert und zum Schluss des Abends nochmal Mozart- Ein mitreißendes Musikfest.

Von Francisco Pujiula