Justus Frantz begeistert Groß und Klein in der Marienkirche Basthorst

Von Margret Pantelmann


Ein Kinderkonzert zum Nulltarif
Justus Frantz begeistert Groß und Klein in der Marienkirche Basthorst

Das vorweg: Wer das Kinderkonzert mit dem Starpianisten Justus Frantz in der Marienkirche Basthorst nicht besucht hat, hat etwas verpasst. Kinder und Jugendliche sind der Schlüssel für die Zukunft, da wird bisher zu wenig getan. Nicht so bei Justus Frantz. Vor jedem Abendkonzert, auch hier war es der Fall, versucht dieser weltbekannte Künstler, Kinder und Jugendliche an klassische Musik heranzuführen. Und das ganz ohne Eintrittsgeld. „Es sind ja mehr Erwachsene da, als Kinder“, sagte er vor leider wenig Publikum etwas enttäuscht. Seine lockere Art mit der guten Laune ließ er sich trotz allem nicht verderben.
Die wenigen Kinder, die mit ihren Eltern bereits in der Kirche auf das Konzert warteten, wurden auf eine kleine Verspätung vertröstet. Wie zu hören war, musste der achtjährige Sohn von Justus Frantz überraschend ins Krankenhaus. Aber dann ging es los: Im gewohnten Plauderton erklärte der sehr zugängliche Pianist den Kindern zunächst die Technik des großen Flügels, mit der die Töne zum Klingen kommen. Dann zeigte er an der Schmetterlings-Etüde (op. 25) von Frédéric Chopin, dass auch das Einspielen für die Finger wichtig sei. „Klavierspielen ist auch ein wenig wie Sport“, erklärte er. Anschaulich ging es weiter, als er tatsächlich mit dem Aufstrich einer Scheibe Brot verdeutlichte, mit welcher Inspiration der vierjährige Wolfgang Amadeus Mozart das Klavierstück „Das Butterbrot“ komponiert hatte. Dass auch Gefühle und Stimmungen in den Melodien zum Ausdruck kommen, hörten die Kinder eindeutig an den Musikbeispielen aus Klaviersonaten von Mozart. Über Ludwig van Beethoven sagte er: „Da ist es ganz anders, er ist grimmig“, und spielte ein Beispiel aus der „Pathetique“. Justus Frantz gelang es, die Kinder mit einzubeziehen, und ließ sie um den Flügel herumstehen. Auch die „Schwarze-Tasten-Etüde“ von Chopin spielte er und ließ wissen: „Die konnte ich früher nie und hab lange daran üben müssen.“
Justus Frantz, der mit der Fernsehserie „Achtung Klassik“ in möglichst populärer Form klassische Musik präsentierte, hat viele Gründe, warum er Kinderkonzerte gibt: „Oft habe ich mir überlegt: Was kann ich tun, um Kinder und Jugendliche an klassische Musik heranzuführen.“ Von Freunden habe er erfahren, Kinder seien heute schon so uninteressiert an klassischer Musik, sie wollten nicht in solche Konzerte gehen. „Meine Erfahrung jetzt nach vielen Konzerten mit Kindern: Das Gegenteil ist der Fall. Kinder und Jugendliche lechzen geradezu danach, dass wir ihnen auch die Schönheit differenzierterer und komplizierterer Zusammenhänge zeigen. Jede Anstrengung ist notwendig, damit die Fehler falscher Bildungspolitik, falscher Umwelteinflüsse und falscher Erziehung gemildert werden“, sagt er und möchte „mit dieser Vehemenz“ das Projekt forcieren.

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