Justus Frantz gastierte in St. Marien zu Basthorst

Von Margret Pantelmann


Justus Frantz gastierte in St. Marien zu Basthorst
Klavierabe
nd mit enthusiastischem Beifall

Lag der Termin zu kurz vor Weihnachten, dass zum Klavierabend von Justus Frantz die Kirche in Basthorst nicht so gut besucht war? Ein anderer Termin war aber im dichten Terminkalender dieses Pianisten und Dirigenten in der Adventszeit nicht zu finden: Noch am Vorabend gab der 69-Jährige ein Konzert in Ludwigshafen, am darauffolgenden Tag sollte es schon wieder für ein Konzert mit der „Philharmonie der Nationen“ nach Israel gehen. Der Konzertstimmung jedoch brachte dies keinen Abbruch: Mit geradezu enthusiastischem Applaus dankte das Publikum, der Beifall wollte nicht enden, am Schluss gab es Standig Ovations.
„Mozarts Reise nach Paris – sein Weg in die Unabhängigkeit“ stand als Überschrift zu diesem Klavierabend mit den Sonaten F-Dur, a-moll und A-Dur. Diese bestens bekannten Werke, die schon deshalb von einem gewissen Wagemut zeugen, weil sie als Klangperlen wohl jedem im Ohr liegen, waren musikalische Delikatessen. Dass ein solches Wagnis interessant sein kann, hat sich gelohnt, wie die gut 100 Hörer begeistert bekundeten. Justus Frantz spielte die unterschiedlichen Themen sehr gefühlvoll und interpretatorisch gut strukturiert. Er brillierte ebenso mit den energisch perlenden Läufen wie mit den eingefügten beruhigteren Passagen und spannte einen Formbogen über die Musik. Und er kam ohne publikumswirksame Gesten oder falsch verstandene Romantik aus, die der Präzision und Innerlichkeit von Mozarts Klavierwerk nur schaden würde.
So gab es schon vor der Pause Irritationen mit Bravorufen und ein für Zugaben applaudierendes Publikum. Bis dahin sah das Programm die Sonaten KV 332 und KV 320 vor. Abweichend davon spielte Frantz noch zwei Stücke von Frédéric Chopin. Das mag die hingerissenen Besucher durcheinandergebracht zu haben. Wie zum Schlussapplaus zeigten sie sich unhaltbar begeistert und brachten sich damit um die Pause. „Eigentlich sollte es jetzt eine Pause geben. Na gut, dann spiel ich jetzt die Sonate KV 331“, sagte Frantz in seiner sehr sympathischen Art zum letzten Programmstück. Wieder brach anhaltend jubelnder Applaus aus, von dem auch er sichtlich überrascht und überwältigt war. „Als Zugabe spiele ich noch die Mondscheinsonate“, sagte der 69-Jährige. Jetzt war klar, dass mit diesem Werk von Ludwig van Beethoven das moderierte zweistündige Klavierkonzert zu Ende gehen sollte – ohne Pause.